Leitfaden für Schulen 5.-13. Klassen in SH

Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen

Maria Montessori
(Die erste Frau die einen Doktortitel zugesprochen bekam)

 

Regelschulen von der 5.- bis zur 13. Klasse in Schleswig-Holstein

Alle schulpflichtigen Kinder aus Elmenhorst und Bargfeld müssen zuerst in der Johannes-Gutenberg-Schule angemeldet werden. Kinder einzelner Strassenzüge aus Elmenhorst sollen in Zukunft der Grundschule in Bargfeld-Stegen zugeordnet werden. Die Zuordnung ist keine Verpflichtung, die Eltern haben weiterhin freies Wahlrecht. Eine Busverbindung besteht. Die Bargteheider Kinder sind in Schuleinzugsbereiche eingeteilt. Die Bereiche richten sich nach der Adresse des Kindes. Dort bekommen sie eine Bescheinigung vom Schulamt, mit der die Kinder in die Stadtschule oder in der Theodor-Storm-Schule in Bad Oldesloe oder Ahrensburg angemeldet werden können, um am DaZ-Unterricht teilzunehmen. Die Schulbereichsdatei für Bargteheide findet man auf der Internetseite.

Was bedeutet DaZ und was sind DaZ-Zentren und DaZ-Lehrer und wer bietet DaZ-Unterricht an?

DaZ bedeutet: Deutsch als Zweitsprache. www.schleswig-holstein.de wird das Konzept:
„Durchgängige Sprachbildung in Kitas und Schulen“ vorgestellt.

DaZ-Zentren sind Schulen an denen Kinder mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen eine fundierte Sprachbildung erhalten.

DaZ-Lehrer sind Deutschlehrer mit zusätzlicher Ausbildung für diese Kinder.

DaZ-Zentren in Bad Oldesloe und Ahrensburg sind für Kinder in Bargteheide und Bargteheide Land zur Zeit zuständig. Das Schulprofil und die Adresse findet man im Internet .
DaZ-Unterricht ist an Bargteheider Schulen ausgebaut und dem Bedarf angepasst worden. In den Schulprofilen im Internet findet man weitere Infos.

Unterrichtet wird nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen.“ Dieser beschreibt die Sprachniveaus, die Eltern und Kinder ohne Deutschkenntnisse erreichen können. Schüler legen, wie die Erwachsenen, ihre Sprachprüfungen ab und erhalten ein Sprachzeugnis.

Wann sind Flüchtlingskinder schulpflichtig und wer hat Anspruch auf DaZ-Förderung?

Alle Flüchtlingskinder sind schulpflichtig unabhängig davon, ob der Asylantrag ihrer Eltern
bereits genehmigt worden ist oder nicht und alle Kinder die geringe oder keine Deutschkenntnisse haben.

www.lernbiene.de bietet ein umfangreiches Sortiment an Büchern, Arbeitsblätter u.s.w. für DaZ Kinder an. (Wird auch an Schulen verwendet)

Schweigepflicht und Datenschutz

Flüchtlinge müssen sich darauf verlassen können, dass das Gesagte auch bei dem Begleiter bleibt. Nach Absprache mit dem Flüchtling können Infos an andere Ehrenamtliche gegeben werden, Schweigepflicht gilt besonders auch gegenüber Behörden, nur mit eingeholter Erlaubnis des Betroffenen können Behörden eingeschaltet oder informiert werden, auch Infos der Ehrenamtler untereinander sind nur zulässig, soweit dies erforderlich ist und den
konkreten Einsatz, aber nicht persönliche Dinge aus dem Leben des Asylbewerbers betrifft.
Keine Originalpapiere von Flüchtlingen an sich nehmen bzw. nur kurz zum Kopieren abholen und umgehend zurückgeben.

Wer hat das Sorgerecht und unterschreibt die Einschulungsunterlagen des Flüchtlingskindes und ist Ansprechpartner für die Schule?

Die Eltern je nach Familienstand: alleiniges Sorgerecht, gemeinsames Sorgerecht, Pflegeeltern oder der Vormund. Der Ansprechpartner ist grundsätzlich der Sorgeberechtigte. Der Pate nur mit ausdrücklicher Zustimmung.

Welche Unterlagen benötigt man für die Aufnahme an weiterführenden Schulen?
Welche Fristen sind einzuhalten?

Das regelt jede Schule selbst und ist für alle Schüler gleich. Wer ein Gymnasium besuchen möchte, kann die Muttersprache als 2. Fremdsprache anerkennen lassen. Gymnasien bieten individuellen Förderunterricht und Hospitanz an. Diese Förderung ist im Interesse der Landesregierung und wird durch die Schulen umgesetzt. Man kann die Kinder das ganze Jahr über an die weiterführenden Schulen anmelden, man muss nur den letzten, von den Schulen vorgegebenen Termin einhalten. Die Fristen und den Anmeldeschein findet man unter www.schleswig-holstein.de Im Moment werden DaZ-Schüler lt. Gutachten des DaZ-Zentrums auf die Schulen und in deren Klassen zugeteilt.

Was ändert sich ab dem Schuljahr 2017/18?

Neues Gastschulabkommen zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg

Ab dem Schuljahr 2017/18 können SchülerInnnen erstmals ohne Einschränkungen alle weiterführenden Schulen des jeweils anderen Bundeslandes besuchen. Allerdings können Fahrtkosten anfallen, bitte erkundigen. In Bezug auf den Schulbesuch von Grundschulen und Berufsschulen bleiben die alten Regelungen bestehen.

Wer bezahlt die Erstausstattung für die Kinder und wer übernimmt die Fahrtkosten?

Grundsätzlich gilt die Lehrmittelfreiheit in SH für alle Schüler. Die Schule stellt die Bücher
zur Verfügung, Hefte und Stifte bezahlt jede Familie selbst. Die Schulvereine der jeweiligen Schulen übernehmen u. U. Zuschüsse für außergewöhnliche Ausgaben. Man muss sich an die jeweilige Schule wenden.

Die Übernahme der Schülerbeförderungskosten ist für alle Schüler gleich. Bargteheide hat ein Merkblatt ausgegeben. Der Antrag wird im Sekretariat der entsprechenden Schule (mit Passbild) gestellt. Die Stadt Bargteheide prüft den Antrag und schickt den Bescheid an die Eltern. Die Fahrkarte wird gleichzeitig beim Busunternehmer bestellt und kann in der Schule abgeholt werden. Die Kostenübernahme wird bis zum Abschluss der 9. Klasse Förderzentrum, bei den übrigen Schularten bis einschließlich 10. Klassenstufe erteilt.
Auskünfte erteilt: Stadt Bargteheide Hauptabteilung, Frau Scheib Rufnummer 04532/4047-104 oder im Internet unter www.bargteheide.de.

Wer übernimmt die Fahrtkosten für Regelschulen außerhalb des zuständigen Schulbezirks?

In SH gilt grundsätzlich die Wahlfreiheit für Schulen. Wenn man sich für eine Regelschule die sich nicht im zuständigen Schulbezirk befindet, entscheidet, müssen die Eltern für die Beförderungskosten (Busfahrkarte) anteilig bezahlen.

Folgendes Fallbeispiel: Ein Schüler hat keinen Anspruch mehr auf DaZ-Förderung. Die Eltern entscheiden sich für eine Schule in Bad Oldesloe und nicht für die zuständige Regelschule in Bargteheide. Das Kind bekommt eine Fahrkarte von: Bad Oldesloe bis Neritz Zone 705, das entspricht den Fahrkosten, die Bargteheide für die Busfahrkarte lt. Schulgesetz §114 übernehmen würde. Die Eltern stellen einen Antrag (Passbild nicht vergessen). Der Antrag wird im Sekretariat der Schule abgegeben. Von dort zur Prüfung an die Stadt Bad Oldesloe weitergeleitet. Nach Prüfung und Genehmigung wird die Karte vom Busunternehmer Autokraft an die Schule des Kindes geschickt, dort holt sich das Kind die Karte im Sekretariat ab. Für die Fahrt von Neritz bis nach Hause braucht das Kind eine Schüleranschlusskarte, die von den Eltern bezahlt werden muss. Mit der Schülerkarte Zone 705 muss sich das Kind jeden Monat eine Schüleranschlusskarte beim ZOB in Bad Oldesloe oder beim ZOB in Ahrensburg kaufen. Die Karte gibt es auch im Abo und kostet pro Kind und Monat ab 11 Euro. Wenn das Kind keinen Anspruch auf eine Fahrkarte hat, muss die gesamte Fahrkarte von den Eltern bezahlt werden.

Ist das Gutachten für die weitergehende Schule des Flüchtlingskindes bindend?

Für alle Schüler gilt: Das Gutachten ist eine Empfehlung. Die Eltern entscheiden, welche Schule das Kind besuchen soll. Im Moment werden die DaZ-Schüler lt. Gutachten auf die Schulen und in deren Klassen zugeteilt. DAZ-Zentrum (Sprachentwicklungsbericht).

Hat ein Flüchtlingskind einen Anspruch auf eine Mitgliedschaft der Stadtbibliothek?

Die Bedingungen sind für alle Kinder, Jugendliche und SchülerInnen gleich. Man zahlt nur eine Aufnahmegebühr, von 5 Euro (keine Jahresgebühr). Die Stadtbibliothek bietet auch Veranstaltungen für Kinder an. In der Regel sind die kostenfrei. Informationen findet man auf der Internetseite. Alle Kinder sollten spätestens ab der 3. Klasse Mitglied werden. Durch das Lesen von Büchern, Zeitschriften, Comics u.s.w. verbessern die Kinder ihre Kompetenzen im schrift-sprachlichen Bereich. Alle Kinder profitieren davon im Schulunterricht.

Haben Flüchtlingskinder mit Förderpotential einen Anspruch auf einen Platz in einer Förderschule? Wer stellt den Förderbedarf eines Kindes fest? Gibt es DaZ-Förderung?

Die Bedingungen sind für alle Schüler gleich. Die Albert-Schweitzer-Schule besuchen
Kinder mit einem festgestellten Förderbedarf (Schwerpunkt lernen). Es wird ein umfassendes Sonderpädagogisches Gutachten erstellt. Auf den Sonderschulkonferenzen geht man davon aus, das auch hier ein Bedarf für Flüchtlingskinder besteht. Bisher gibt es DaZ-Förderung nur an den DaZ-Zentren. Ob DaZ Förderung angeboten wird, muss in der jeweiligen Schule nachgefragt werden.

Haben Flüchtlingskinder einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis oder auf eine Entschädigung, weil sie Opfer einer Gewalttat geworden sind?

In diesen Fällen ist das Landesamt für soziale Dienste der Ansprechpartner. Für den Kreis Stormarn: Landesamt für soziale Dienste Schleswig –Holstein, Dienstsitz Lübeck, Große Burgstraße 4, 23552 Lübeck Tel.:0451/1406-0.

Was hat sich an Berufsbildenden Schulen geändert?

Ab 01.08.2016 ist die Ausbildungsvorbereitung AV-SH gestartet. Die Berufseingangsklassen BEK und das berufsvorbereitendes Jahr AVJ wurden in AV-SH umgewandelt. Vorangiges Ziel ist es, Jugendliche möglichst schnell in eine duale Ausbildung zu bringen. AV-SH muss nicht vollständig durchlaufen werden, wie andere Bildungsgänge an der Berufsschule, sondern kann zu Gunsten eines Ausbildungsbeginns beendet werden. Es wurden auch Integrationsklassen Deutsch als Zweitsprache BIK- DaZ eingerichtet. Außerdem haben die neu gegründeten Jugendberufsagenturen (JBA) ihre Arbeit aufgenommen. Sie betreuen Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Infos erhält man bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter, Kommunen und Jugendhilfe.

Neues Angebot für Flüchtlinge vom 01.02.2017 bis 31.01.2021
Prüfung in der Herkunftssprache „Plausibilitätsprüfung“

Das Prüfungsverfahren richtet sich an jugendliche Flüchtlinge und Erwachsene, die in SH in Schule/Beruf starten wollen und durch die Flucht ohne eigenes Verschulden keine Originalzeugnisse aus ihrem Herkunftsland vorweisen können. Ab Juni 2017 können Flüchtlinge eine „ Plausibilitätsprüfung“ ablegen, um eine Zugangsberechtigung für einzelne Schularten/qualifizierte Ausbildung zu erhalten. Anträge können ab sofort beim Bildungsministerium in SH gestellt werden. Die „Plausibilitätsprüfung“ erkennt nicht die Schulabschlüsse aus dem Herkunftsland an.Mehr in der Landesverordnung über eine Plausibilitätsprüfung vom 03. Januar 2017.
Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse.

Haben Flüchtlingskinder die nicht mehr schulpflichtig sind Anspruch auf eine Berufsbildende Schule?

Flüchtling die 16 Jahre alt sind, werden nicht mehr an allgemeinbildende Schulen angenommen, sondern an Berufliche Schulen verwiesen. Für Jugendliche ab 18 ist darum die Bundesanstalt für Arbeit zuständig, der auch die entsprechende Mittel bereitstehen. Was uns weiterhin sorgen macht, sind Angebote für Jugendliche ohne Bleibeperspektive, denn für die fühlt sich die BA nicht zuständig.

Neues Förderangebot für volljährige Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive des JAW-SH

Schulentlassene junge Menschen können beim JAW berufsvorbereitende- und qualifizierende Bildungsmassnahmen bis zur dualen Ausbildung in Anspruch nehmen und so die Chancen auf den1.Ausbildungs- und Arbeitsmarkt verbessern. Eine Arbeitwahlberatung, noch vor Beendigung der Schulpflicht, wird ausserdem angeboten. Zielgruppe dieser Massnahmen sind Asylsuchende ohne Bleibepersektive, die die Schulpflicht erfüllt haben und bisher von der entsprechenden Arbeitsmarktförderungen ausgeschlossen waren. Die Landesregierung schliesst eine Lücke, um auch diesen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Perspektive in ihre Zukunft zu öffnen. www.jaw-badoldesloe.de

Welche Aufgaben haben die Eltern und wie können die Paten unterstützen?

Eine erfolgversprechende Sprachbildung der Schüler setzt auch eine enge Zusammenarbeit
mit den Eltern voraus. Die Eltern müssen über das Schulsystem in SH informiert sein, um die mögliche Schullaufbahn ihrer Kinder einschätzen zu können. Ebenso müssen sie wissen, was die deutsche Schule und insbesondere die Lehrkräfte von ihnen und ihren Kindern erwarten und welche Rechte sie als Eltern haben. Daher gehören zur Elternarbeit regelmäßig Gespräche in der Schule sowie Hausbesuche. Informationsbroschüren in verschiedenen Sprachen sind eine wichtige Hilfe. Von Beginn an unterstützen die Lehrkräfte nach Rücksprache mit den
Eltern die Freizeitaktivitäten der Schüler. Das beinhaltet z.B. das knüpfen von Kontakten zu Sportvereinen, zur öffentlichen Bücherei, zur Musikschule oder zu den ehrenamtlich oder im Bereich der Betreuung von Migranten tätigen Institutionen z.B Jugendmigrationsdienste.
www.schleswig-holstein.de.
Das ist die Theorie die die meisten Flüchtlingseltern nicht erfüllen können. Außerdem brauchen viele Kinder regelmäßige Unterstützung bei den Hausaufgaben, (gilt besonders für Schüler von Gymnasien), die Mitarbeit und Teilnahme der Eltern an Klassen- und Schulfesten, Teilnahme an Elternabenden u.s.w., wird ohne Hilfe der Paten für viele Flüchtlingseltern (am Anfang) nicht möglich sein.

Welche neuen Beratungsangebote bietet der Jugendinformationsdienst in Bad Oldesloe?

JMD2Start – Begleitung für junge Flüchtlinge im Jugendmigationsdienst
Das Projekt stärkt den Zugang junger Flüchtlinge in Schule, Bildung, Ausbildung und gesellschaftlicher Teilhabe. An 24 Modellstandorten beraten und begleiten die JMD, zusätzlich zu ihren sonstigen Angeboten, Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren die eine Duldung besitzen oder sich im Asylverfahren befinden. Ein Modellstandort ist: JMD Bad Oldesloe Tele.: 0453112790, Mail: migration@diakonie-ploe-se.de, 28843 Bad Oldesloe
www.jugendmigrationsdienste.de Grundsätze zu bundesweiten Förderung zur individuellen Begleitung junger zugewanderter Menschen im Kinder- und Jugendplan des Bundes vom 02.01.2017

www.schleswig-holstein.de Infos der Landesregierung in SH für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Das Abitur. Ihre Chance. Unsere Zukunft.
Die Broschüre informiert über das Studium, duales Studium, Berufsausbildung, Bundesfreiwilligendienst.

Religion Islamismus, Salafismus in Schulen

Infos des Bundes
Grundsätze zur bundesweiten individuellen Begleitung von Kinder- und Jugendlichen des Bundes vom 02.01.2017

Dies ist nur ein Leitfaden und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Schulpolitik in SH ist ein dynamischer Prozess und auch die Schulen passen ihre Profile entsprechend an.
Es ist ratsam ab und zu auf die Web-Seite: Landesregierung SH Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Karin Prien, Information zur Flüchtlingssituation Deutsch als Zweitsprache zu gehen, oder die Schulen direkt anzusprechen. Die Adressen findet man im Internet.
Bei Differenzen auf der rechtlichen Seite sind wir überfordert und es empfiehlt sich einen Rechtsanwalt zu organisieren.

Ausschluss von schulischen Angeboten
Hilfreiche Regeln:
Der „Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen“

Handlungsrichtlinie zum Thema Islam, Islamismus, Salafismus an Schulen

www.einfachzukunft.de Online-Flyer für geflüchtete Jugendliche in 6 Sprachen über die Duale Ausbildung in Deutschland www.zdh.de

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