Augenhöhe

Wir haben seit Herbst letzten Jahres eine ganze Reihe von Flüchtlingen kennengelernt. Und ich muss sagen, es ist schön, mit diesen Menschen zusammen zu sein und aus manchen Flüchtlingen können vielleicht echte Freunde werden. Inschallah.

Aber die Medaille hat eine bittere, andere Seite, auf die uns neulich einer von ihnen aufmerksam gemacht hat: „die Deutschen, die ich treffe, sind nur aus Mitleid mit uns zusammen, oder weil sie uns helfen wollen.“

Und tatsächlich ist das der erste Schritt – aber ich vermute, daß viele Kontakte mit Flüchtlingen auf diesem Level bleiben; ich, der Deutsche, helfe Dir Flüchtling – ich mache das gerne; aber ich helfe, Du bist derjenige, der Hilfe annimmt. Und es scheint, daß der Weg aus dieser Rollenverteilung heraus schwer ist. Flüchtlinge wollen oft gerne etwas zurückgeben, weil sie nicht mehr in der Position des Almosenempfängers sein wollen.

Um sich auf Augenhöhe zu begegnen und um diese Rollenverteilung zu brechen, sind gemeinsame Hobbies bzw. Interessen notwendig. Denn dann kann die Beziehung auf eine andere Basis gestellt werden. Nicht mehr Helfer und Flüchtling, sondern Comic-Fan und Comic-Fan, oder Fußballer und Fußballer, oder oder oder — es geht nicht darum, einen Flüchtling mit zum Fußball zu nehmen, um ihm die große, weite Welt zu zeigen – sondern es geht darum, eine Sache, die beide gerne machen, gemeinsam zu machen.

Seht Ihr das auch so?

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